Winterspelter Dorfchronik

Die ersten Ansiedlungen um Winterspelt lassen sich bereits um 500 - 100 vor Chr. vermuten. Der größte Teil der vorhandenen Hügelgräber, die um Winterspelt herum gefunden wurden, sind der "Hunsrück - Eifel - Kultur" zuzurechnen. Weitere Spuren aus der Römerzeit findet man in mehreren Grabhügeln auf dem "Schwarzeberg" bei Winterspelt und in Siedlungsspuren "auf Lochen" (Straßenkreuzung Weißenhof- Eigelscheid).
Das ganze Gebiet zwischen Prüm und dem Grenzfluß Our war bis zum Zeitpunkt einer planmäßigen Besiedelung um etwa 800 unbewohntes Waldgebiet und bevorzugtes Jagdrevier der fränkischen Großen. Dieses Waldgebiet wurde den Mönchen 721 bei der Gründung des Klosters Prüm als "Bannforst" (16 188 Ha) zugeteilt. Es entstanden die Höfe Alf, Werede (im Ihrental unterhalb von Winterspelt) und Elcherath. Zunächst wurde Elcherath Hauptkirche mit eigenem Geistlichen, Pfarrhof und Friedhof. Der Pfarrsitz wechselte nach 1000 zum günstiger gelegenen Alf (Bleialf).
Die Grenze zum Hauptrivalen Luxemburg bildeten bis 1800 der Winterspelter Bach (Garanbach, später Irbach genannt) und die Our. Winterspelt wurde um 1500 Hauptort des Hofes Winterspelt, zu dem stets die Orte Winterspelt, Wallmerath, Ihren, Elcherath und Hemmeres gehörten, ab 1700 auch Eigelscheid. Heckhalenfeld gehörte bis 1800 zur luxemburgischen Herrschaft Dasburg, während Urb zum prümischen Oberhof Bleialf gerechnet wurde.
Die Kirche St. Michael wurde im Jahre 1803 zur Pfarrkirche erhoben. Der im Jahre 1898 abgebrochene Bau war ein einfacher, spätgotischer, kreuzgewölbter, vierachsiger Bau in Bruchstein und Putz mit dreiseitigem Chorschluss und Westturm. Der im Jahre 1902 aufgeführte Neubau enthält eine Orgel vom Ende des 17. Jahrhunderts.
Gegen Ende des Mittelalters und im 17. Jahrhundert wütete die Pest in der Gemeinde. Die Bevölkerung wurde durch die Pest, den 30 - jährigen Krieg und die Franzoseneinfälle um die Hälfte verringert. Der Raum Winterspelt musste in der Zeit von 1938 - 1945 besonders hart als Grenzgebiet unter dem 2. Weltkrieg leiden. Frauen und Kinder der Gemeinde mussten in den Harz flüchten, während deutsche Soldaten als Vorbereitung auf den Frankreichfeldzug in diesem Raum einquartiert wurden. Ein Großteil der Bevölkerung wurde 1944 von der SS evakuiert und nach Schönecken oder Wawern transportiert. Als die Front jedoch näher kam, musste man bis in den Kreis Wittlich und weiter flüchten.
Alle Ortschaften waren mehr oder weniger zerstört. In Winterspelt war die Pfarrkirche St. Michael stark beschädigt, so dass der Gottesdienst im Saal einer Gaststätte abgehalten werden musste