Das Kriegsende von Pfarrer Franz Kelkel

Das Kriegsende hatte unsere Heimat in bitterer Not zurückgelassen. Überall zeigten sich die Spuren des Kampfgeschehens: Die Wohnungen und Nebengebäude waren zerstört, die Möbel zertrümmert, der Viehbestand zusammen geschrumpft. Der materielle Segen," den der Westwall (teilweise) gebracht hatte, hatte sich in Fluch gewandelt. Zahllose Granateinschläge und Bombentrichter hatten die Wege, Gärten und Felder in eine Kraterlandschaftverwandelt. Tierkadaver und  verlassenes Kriegsgerät säumten die Straßen. Kabel- und Drahtgewirr versperrte die Zugänge. Überall lagen Munition oder Sprengkörper herum. In der Feldgemarkung lagen noch unbestattete Soldaten.

Die Materialbeschaffung für den Wiederaufbau wurde täglich schwieriger. Viel Baumaterial wurde beschlagnahmt, nur im Tauschhandel war solches zu erhalten. Schiefer war kaum zu bekommen. Man behalf sich mit Blechplatten etc. oder kehrte zur alten Eifeler Sitte des Strohdaches zurück.

Im Dezember 1945 war in Winterspelt die elektrische Leitung mit viel Mühe wieder hergestellt. Besonders Josef Eichten hatte sich hier verdient gemacht, mussten doch zum Beispiel mehr als 20 Masten errichtet werden. In den Häusern wurden Schalter und Fassungen repariert und Zähler ausgeliehen; zum Glück gabes noch einige Birnen zu kaufen.

 

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