1947 von Pfarrer Franz Kelkel

Die in den Städten herrschende Hungersnot trieb besonders im Winter 1947 aufs Land zum Bettel-Tausch- und Schwarzhandel mit irgendwelchen Tauschobjekten (Schuhe, Stoffe, Tabak, elektrische Birnen ). Auf dem „Schwarzen Markt" wurde damals für ein Pfund Butter 8 bis 9 Mark, für ein Pfund Weizenmehl 1 Mark gegeben. Chroniken berichten darüber, wie Schulkinder sich barfuss auf den weg zur Schule machten; von verzweifelten Müttern, die sich mühten, für ihre Familie die nächste Mahlzeit zu sichern. Natürlich wird auch berichtet von manchem Versagen, von Schwarzmarkt und Schiebertum und von solchen, die sich an der Not anderer bereicherten.

Die von den Franzosen geforderten Viehabgaben, die meist nur mit Spottpreisen vergütet wurden, warfen die Bauernschaft in ihrem Bemühen, den Viehbestand zu vermehren, stark zurück. Die allgemeine Lage schildert der Amtsbürgermeister so: „ Die Parteien treten gar nicht in Erscheinung; sie haben auf dem Land ihre Tätigkeit fast gänzlich eingestellt. Die Landbevölkerung zeigt sich ihnen gegenüber fast uninteressiert. Solange Abgaben, Beschlagnahmungen, usw. im jetzigen Umfang so weitergehen, steht man dem Begriff „Demokratie" verständnislos gegenüber."

Zudem mussten am Dienstag nach Ostern 1947 alle Militärpferde abgeliefert werden.

Überall, zumal im Kreise Prüm, herrschte damals überhaupt eine beträchtliche Rechtsunsicherheit und Willkür bei den verschiedenen Behörden. Es kam zu brutalen körperlichen Misshandlungen zwecks Erpressung von Geständnissen. Es kam so weit, dass sich am 23.2.1947 die Geistlichkeit des Kreises in einer Kanzelerklärung gegen diese Zustände wandte.

Der Sommer 1947 war heiß und trocken. Das Getreide war Mitte August fertig eingefahren; Buchweizen und Kartoffeln hatten unter der Hitze sehr gelitten. Die Our führte so wenig Wasser, dass die Mühlen still lagen, was seit Menschengedenken nicht mehr vorgekommen war.