Dezember 1944 von Kath. Neugebauer, Ihren

Einmal hatten die Amis zu viel Pfannkuchen Teig. Wir baten darum uns den zu geben, was dann auch geschah. Was war das eine Abwechslung in unserem Speiseplan. Wir hatten keine Hühner mehr und daher gab es auch keine Eier. Die Amis hatten die alle geschlachtet. Andererseits hatten die alles im Überfluss, aber auf Hühner waren sie scharf. Als die Front dann weiter ins Land rückte, versuchte die Hontheimer Familie ihr Zuhause zu erreichen. Dort war nur Chaos und Zerstörung zurück geblieben. Krieg ist immer Unrecht. Sie bedankten sich für alles und hatten noch lange Kontakt zu uns.

Als die Front noch weiter ins Reich ging, patrouillierte der Ami trotzdem Tag und Nacht überall. Eines Nachts klopfte es an die Haustür. „Ich bin ein deutscher Soldat, macht mir bitte die Tür auf und lasst mich herein." Aus Mitleid haben wir es auch getan, weil er ein Deutscher war. Wir waren uns der Situation aber nicht bewusst, auf was wir uns da eingelassen hatten. Es war ein versprengter einzelner Soldat von der Waffen-SS, der seiner Truppe wohl den Rücken gekehrt hatte. Morgens, als Vater und Onkel Paul den sahen, waren sie entsetzt. Ja aber was tun ? Der Mann war da und es musste was geschehen. Onkel Paul nahm den Soldaten mit auf den Heuboden. Dort musste er sich im Heu verstecken. Wir gaben ihm zu essen und zu trinken. Durch eine Luke nach außen konnte er sich orientieren. Abends, als es dunkel war, wurde er durch eine Hintertür entlassen. Onkel Paul hatte ihm gut zugeredet in welche Richtung er gehen sollte.

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